Gojibeeren ganz 1kg

Produktbeschreibung


Gojibeeren ganz 1kg

Gemeiner Bocksdorn

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Gemeiner Bocksdorn

Gemeiner Bocksdorn (Lycium barbarum)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Bocksdorne (Lycium)
Art: Gemeiner Bocksdorn
Wissenschaftlicher Name
Lycium barbarum
L.

Der Gemeine Bocksdorn (Lycium barbarum, synonym: L. halimifolium[1]) ist ein Nachtschattengewächs (Solanaceae) aus der Gattung der Bocksdorne (Lycium). Die Pflanze ist ein Neophyt und wird auch Gewöhnlicher Bocksdorn, Gemeiner Teufelszwirn, nur Teufelszwirn oder Hexenzwirn[2] oder Chinesische Wolfsbeere genannt. In China heißt sie Níngxià gÇ'uqÇ (chinesisch å®å¤æ?¸æ? ?GÇ'uqÇ aus Ningxiaâ?~), im englischsprachigen Raum Goji oder Wolfberry. Sie wird als Zierpflanze verwendet und ist Bestandteil der chinesischen Küche und der traditionellen chinesischen Medizin. Der EPPO-Code ist LYUHA.

Inhaltsverzeichnis
  • 1 Beschreibung
  • 2 Vorkommen
  • 3 Ökologie
  • 4 Herkunft und Geschichte
  • 5 Systematik
  • 6 Verwendung
    • 6.1 Küche
    • 6.2 Lagerung
    • 6.3 Zierpflanze
  • 7 Mögliche medizinische Effekte
    • 7.1 Pharmakologie
    • 7.2 Medizinische Wirkung
  • 8 Giftigkeit
  • 9 Allergie
  • 10 Wechselwirkungen
  • 11 Quellen
  • 12 Weblinks
Beschreibung
Blüte des Bocksdorn

Der Gemeine Bocksdorn ist ein sommergrüner Strauch, der zwei bis vier Meter hoch werden kann. Seine rutenförmigen, meist stachligen Äste hängen bogenartig herab und tragen längliche, lanzettförmige lange, ganzrandige, graugrüne Blätter, die zwei bis drei Zentimeter breit und drei bis zehn Zentimeter lang werden und einzeln oder gegenständig am Ast sitzen.[3][4] Die Blütezeit des Gemeinen Bocksdorns ist von Juni bis August und teils bis September.[2] Der Blütenstand enthält eine oder mehrere fünfzählige, zwittrige (hermaphroditische) Blüten, die jeweils auf einem ein bis zwei Zentimeter langen Stiel sitzen. Der Blütenkelch ist vier bis fünf Millimeter im Durchmesser, glockenförmig und zweilappig. Die Blütenkrone ist violett und trichterförmig, mit fünf bis sechs Millimeter langen, sich spreizenden Blütenblättern, die am Rand fast unbehaart sind. Der Kelch hat eine Länge von acht bis zehn Millimetern, die Staubgefäße und Griffel stehen daraus leicht hervor.[3][4] Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Bienen) oder Selbstbestäubung. Die leuchtend roten oder orange-gelben, länglichen bis eiförmigen, 0,4 bis 2 mm breiten und 5 bis 12 mm langen Früchte reifen von August bis Oktober und verbreiten ihre Samen mithilfe der Tiere, von denen sie gefressen werden. Jede einzelne Frucht enthält 4 bis 20 braun-gelbe runde Samen mit einem Durchmesser von etwa zwei Millimetern.[3][4][5] Die Pflanze gilt als sehr winterhart und verträgt Frost bis â?'25 °C. Am Standort verbreitet sich Bocksdorn durch Wurzeln (Rhizome) und wird deshalb durch Rhizomsperren begrenzt. Als weitere Verbreitungsmöglichkeit sind Ableger von herabhängenden Zweigen und die Aussaat von Samen bekannt.[6]

Der Gemeine Bocksdorn in Thomés Flora von 1885
Vorkommen

Nach Ellenberg ist der Gemeine Bocksdorn eine Volllichtpflanze. Er kommt vorwiegend in und nahe den Städten im Osten Deutschlands vor, verwildert an Mauern und Zäunen. Weniger häufig sieht man ihn im Westen Deutschlands. Er verträgt weder Salz noch Schwermetalle.[3] Durch die häufige Verwendung zur Dammbepflanzung und als Zierpflanze kommt Bocksdorn vor allem in südlichen Ländern verwildert vor.[5]

Ökologie

Auf dem Bocksdorn wurden Schmetterlingsraupen der Arten Tabakschwärmer, Manduca quinquemaculatus und des Totenkopfschwärmers beobachtet.[7] Besonders Echter Mehltau ist auf Bocksdorn zu finden. Als Schädlinge kommen Läuse der Gattungen Aphis und Paratrioza vor, gelegentlich auch Schnecken.[6]

Herkunft und Geschichte
Ernte von Bocksdorn- oder Goji-Beeren in Ningxia

Wo die eigentliche Heimat des Bocksdorns liegt, ist unklar. Sein natürlicher Standort ist von Südosteuropa bis China zu finden. Eine typische Wolfsbeerenregion in China ist Ningxia. Von dort breitete er sich als Kulturpflanze nach ganz Asien, Europa, Nordamerika, Nordafrika und Australien/Neuseeland aus. Andere geben als Verbreitungsgebiet nur den Mittelmeerraum an. Besonders die verwandten Arten L. chinense, L. ruthenicum und L. turcomanicum sind in Asien verbreitet. Die Art L. pallidum ist in Mittelamerika und L. europaeum im Mittelmeergebiet bis Portugal zu finden.[1] In den nordwestchinesischen Provinzen Gansu, Ningxia, Qinghai und Innere Mongolei ist der Bocksdorn sehr stark verbreitet.

Systematik

Vom Gemeinen Bocksdorn gibt es zwei Varietäten.

  • L. barbarum var. auranticarpum K.F.Ching: Diese Varietät kommt nur in China vor. Die Blätter sind eher schmal und fleischig. Nur 4 bis 8 Samen befinden sich in den orange-gelben Früchten.
  • L. barbarum var. barbarum L.: Die Blätter sind eher breit, dünn oder sogar papierartig. Die Anzahl der Samen pro Frucht liegt höher als 15. Die Früchte haben eine rote Farbe.[4]

Synonyme von Lycium barbarum sind Lycium halimifolium Miller und Lycium vulgare Dunal.[8]

Molekularbiologische Untersuchungen belegen eine stark unterstützte Klade, die neben dem Gemeinen Bocksdorn (Lycium barbarum) aus Lycium ruthenicum und dem Chinesischen Bocksdorn (Lycium chinense) besteht. Die Beziehungen der drei Arten zu anderen altweltlichen Arten ist jedoch nicht eindeutig geklärt.[9]

Verwendung
Küche
Reife Bocksdorn-Beeren
Getrocknete Bocksdorn-Beeren

Bocksdorn wird in China zum Kochen und in der Naturheilkunde verwendet. Im Sommer und Herbst werden die Früchte geerntet und in der Sonne getrocknet.[10] Die Früchte werden gekocht oder, wenn es süße sind, auch roh gegessen; einige Varianten sind sehr sauer. Blätter von Jungpflanzen werden auch als Blattgemüse verwendet. In Europa wird der Fruchtsaft von einigen Herstellern angeboten.[6]

Lagerung

Die Beeren können eingefroren oder in getrocknetem Zustand aufbewahrt werden.

Zierpflanze

Der Bocksdorn wird auch als Zierpflanze verwendet.[11] Bocksdorn wird auch als Strauch zur Dammbepflanzung als Erosionsschutz genutzt.[1]

Mögliche medizinische Effekte
Pharmakologie

Die Goji-Beere sei gesund, aber sie habe normalem Obst und Gemüse nichts voraus, fasst der Ernährungswissenschaftler Emilio Martínez de Victoria von der Universität Granada zusammen.[12]

Frühere Vermutungen, der Bocksdorn würde Hyoscyamin enthalten, gehen fast ausnahmslos auf eine Arbeit von 1890 zurück und konnten seitdem nicht bestätigt werden. Aktuelle pharmakologische Untersuchungen widerlegen diese Aussagen.[13][14]

Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen insbesondere der Inhaltsstoffe Zeaxanthin und Lutein in Laborstudien postulierten medizinische Effekte:

  • Extrakte aus gemeinem Bocksdorn sollen vor Zerstörung des optischen Nervs schützen, wenn ein Glaukom vorliegt.[15]
  • Polysaccharide aus der Pflanze haben immunmodulierende Wirkung.[16]
  • Aussagekräftige Laborstudien und klinische Studien nach Standardbedingungen zur Wirksamkeit gegen Krebs existieren bislang nicht.[17]
  • Wässrige Extrakte aus gemeinem Bocksdorn haben nach einigen Studien starke antioxidative Eigenschaften.[18]

Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA untersuchte eine Reihe von Studien, die behaupteten, dass Goji-Beeren die Körperzellen vor freien Radikalen und oxidativem Stress aufgrund ihres Gehalts an Antioxidantien schützen würden und kam zu dem Schluss, dass die bisher vorhandenen wissenschaftlichen Evidenzen nicht ausreichten, um diese Behauptung sicher zu belegen.[19] Laut Bundesinstitut für Risikobewertung "gibt es keine Hinweise auf schädliche Wirkungen der Gojibeeren" [20] für den Verzehr von Gojibeeren in üblichen Mengen (50 g getrocknete Gojibeeren entsprechend ca. 66 mg Zeaxanthin). Aber bei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten chinesischen Studien bis 2010 blieben die "physiologischen und klinisch-chemischen Parameter [...] unverändert".[21]

Medizinische Wirkung

Traditionell nehmen die Chinesen getrocknete Bocksdornbeeren gegen hohen Blutdruck und Blutzucker, bei Augenproblemen, zur Unterstützung des Immunsystems und zur Vorbeugung und Behandlung von Krebs. Als Einzeldosierung werden 6 bis 15 Gramm der getrockneten Beeren als Absud, in Wein oder als Tinktur angegeben.[10]

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) werden Gojibeeren verwendet, um das Yin zu erhöhen. Bei Mangel an Yin in Leber und Nieren gibt es für sie in der TCM folgende Indikationen: Benommenheit, Diabetes, Anämie, Erkältungen, Erschöpfung, Impotenz, Müdigkeit, vorzeitiges Altern, Nachtschweiß, Potenzstörungen, Schwäche in Rücken und Knien, Schwindel, Tinnitus und Sehschwäche, Überanstrengung und Unfruchtbarkeit.[22]

Giftigkeit

Vergiftungsfälle sind beim Menschen nicht bekannt. Daher wird Bocksdorn nicht als giftig eingestuft.[5] Die bei Roth[1] beschriebene Giftigkeit beruft sich wohl auf einen Artikel von 1890, der jedoch schon 1891 widerlegt wurde.

Allergie

Die Frucht kann Allergien auslösen. Es bestehen diverse Kreuzreaktionen und hohes Sensibilisierungspotential.[23]

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Marcumar), die zur Blutverdünnung verwendet werden, wird die blutverdünnende Wirkung verstärkt. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Blutungen.[24]

Quellenangabe:

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