Hamamelis 500g

Produktbeschreibung


Hamamelis 500g
Hamamelisblätter geschnitten

Zaubernuss

(Weitergeleitet von Hamamelis)
Zaubernuss

Hamamelis ×intermedia 'Angelly'

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae)
Unterfamilie: Hamamelidoideae
Gattung: Zaubernuss
Wissenschaftlicher Name
Hamamelis
Gronov. ex L.

Zaubernuss (Hamamelis) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae). Die Gattung Hamamelis besitzt ein disjunktes Areal; von den nur fünf Arten kommen drei im östlichen Nordamerika und zwei im östlichen Asien vor[1].

Inhaltsverzeichnis
  • 1 Beschreibung
    • 1.1 Erscheinungsbild und Blätter
    • 1.2 Blütenstände und Blüten
    • 1.3 Früchte und Samen
    • 1.4 Chromosomenzahl
  • 2 Systematik und Verbreitung
    • 2.1 Evolution
  • 3 Nutzung als Zierpflanze
  • 4 Heilwirkung
  • 5 Quellen
    • 5.1 Literatur
    • 5.2 Einzelnachweise
  • 6 Weblinks
Beschreibung
Illustration von Hamamelis virginiana
Erscheinungsbild und Blätter

Hamamelis-Arten wachsen als sommergrüne Sträucher und kleine Bäume. Die sternhaarige Rinde junger Zweige ist grau bis graubraun. Die Knospen sind kahl. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die etwas ledrigen oder häutigen Blattspreiten besitzen immer eine schiefe Spreitenbasis und sind buchtig, oder besitzen einen gezähnten Blattrand. Wenn die großen, hinfälligen Nebenblätter abfallen, hinterlassen sie deutliche, kleine Blattnarben.

Blütenstände und Blüten

Die Hamamelis virginiana blüht im Herbst. Die anderen Hamamelis-Arten und -Sorten blühen im Winter meistens vor dem Blattaustrieb. Die seitenständigen, kopfigen Blütenstände enthalten nur drei bis vier Blüten.

Die Blüten duften oft angenehm in einem weiten Umkreis[1], dabei reichen die Angaben von schwach duftend bei Hamamelis virginiana bis deutlich duftend bei Hamamelis vernalis[2]. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier eiförmigen Kelchblätter sind behaart. Die bandförmigen Blütenkronblätter (Petalen) sind grünlich, gelb, orange oder rot. In jeder Blüte sind vier fertile Staubblätter vorhanden, die nur kurze Staubfäden und eiförmige Staubbeutel besitzen. Es sind auch immer vier schuppenartige Staminodien vorhanden, die Nektar produzieren. Zwei Fruchtblätter sind zu einem halbunterständigen Fruchtknoten verwachsen. Jedes der zwei Fruchtknotenfächer enthält nur eine Samenanlage. Der Griffel ist sehr kurz.

Früchte und Samen

Die sich zweiklappig öffnenden, holzigen Kapselfrüchte enthalten jeweils nur zwei schwarze Samen. Die Kapselfrüchte öffnen sich explosionsartig und schleudern die Samen etwa 10 Meter weit fort. Die schwarzen, harten, ellipsoiden Samen besitzen ein fleischiges Endosperm.

Chromosomenzahl

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 12.

Systematik und Verbreitung
Winterblüte (Februar) im Vogelsberg

Alle Arten sind in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel beheimatet. Die Gattung Hamamelis besitzt ein disjunktes Areal im östlichen Nordamerika und östlichen Asien.

Der Gattungsname Hamamelis wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 124 erstveröffentlicht. Typusart ist Hamamelis virginiana L.. Synonyme Hamamelis L. sind: Amamelis Lem., Lomilis Raf., Trilopus Mitch.[3]

Die Gattung Hamamelis gehört zur Subtribus Hamamelidinae aus der Tribus Hamamelideae in der Unterfamilie Hamamelidoideae innerhalb der Familie Hamamelidaceae.[3]

Es gibt vier bis sechs Hamamelis-Arten:

Drei Arten sind in Nordamerika beheimatet:

  • Virginische Zaubernuss oder Herbstblühende Zaubernuss (Hamamelis virginiana L.)
  • Hamamelis vernalis Sarg.
  • Hamamelis ovalis S.W.Leonard[4]

Zwei Arten sind in Asien beheimatet:

  • Japanische Zaubernuss (Hamamelis japonica Sieb. & Zucc.): Die Heimat ist Japan.
  • Chinesische Zaubernuss (Hamamelis mollis Oliv.): Sie stammt aus China.

Hybride:

  • Hamamelis ×intermedia Rehder (= Hamamelis japonica × Hamamelis mollis)
Evolution

Die heutigen Hamamelis-Arten entstammen einer relativ jungen genetischen Entwicklung. Die Gattung Hamamelis ist dabei monophyletischen Ursprungs. Als Basalart gilt die Chinesische Zaubernuss. Alle neuweltlichen Arten haben sich als mit Hamamelis japonica nächstverwandt herausgestellt; eine Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents erfolgte daher hypothetisch über die Eröffnung der Bering-Landverbindung von Ostasien aus. Fossil ist Hamamelis für Eurasien nachgewiesen. Die pleistozänen Eiszeiten haben hier ihr Aussterben bewirkt.[5]

Nutzung als Zierpflanze

Zaubernuss-Arten und -Sorten samt Hybriden werden in den gemäßigten Gebieten als Zierpflanzen verwendet. Die Zaubernuss-Arten wachsen langsam, sollen einzeln stehen und möglichst selten zurückgeschnitten werden. Sie blühen in der kalten Jahreszeit, zumeist zwischen Dezember und Februar und gehören damit zu den wenigen Arten, die in diesen Wintermonaten blühen.

Getrocknete Hamamelis-Rinde = Hamamelidis cortex
Heilwirkung

Die Virginische Zaubernuss wird wirtschaftlich intensiv als Heilpflanze genutzt. Die gewonnenen Arzneidrogen (Hamamelidis aqua, Hamamelidis cortex, Hamamelidis folium) weisen eine blutstillende, entzündungshemmende, adstringierende und Juckreiz stillende Wirkung auf. Nach Kommission E ist eine Anwendung bei leichten Hautverletzungen, lokalen Entzündungen der Haut und Schleimhäute, Hämorrhoiden und Varikose sinnvoll. In der Volksmedizin erfolgt eine Gabe auch innerlich bei Durchfallerkrankungen.[6][7]

Quellenangabe:

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