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PferdeTräume - Armgard Schörle

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Yatego-Nr.: D0IQQ61AEH
Art-Nr.: 978-3926341181
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PferdeTräume: Ganzheitliche Ansätze im Reitunterricht mit Kindern, von Armgard Schörle
--- die englische Übersetzung: "dreams of horses" ist 2009 in den USA erschienen

Für Eltern, Reitlehrer, Pädagogen und Therapeuten die verstehen wollen, warum die Träume der Kinder so stark machen können! und für alle, die wieder eine neue Sicht auf das Leben bekommen wollen.

  • Umfang 300 Seiten
  • Verlag: Schörle, Nagold
  • Auflage: 4. Auflage 2011
  • Softcover, gebunende Ausgabe
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3926341-18-1
  • Größe: 21,6 x 17 x 1,6 cm

Kurzfassung:
Kinder verfügen über eine große Vorstellungskraft und die Fähigkeit ihre tiefsten Wünsche und Träume darin wirklich werden zu lassen. Diese Stärke kann in der Verbindung mit dem Pferd genutzt werden um dem Kind Erfahrungen von Selbstvertrauen und Wirksamkeit zu vermitteln.

Anhand eines Fallbeispiels wird in diesem Beitrag aufgezeigt, welch tiefgreifende und faszinierende Bedeutung das Pferd in der
Entwicklung von Kindern haben kann, wenn die Träume der Kinder im Lernprozess Berücksichtigung finden.
Der methodische Ansatz, von Feldenkrais und Moreno inspiriert, ermutigt Reitlehrer, Therapeuten und Pädagogen in ihrer Arbeit mit Kindern und Pferden nach neuen Wegen zu suchen.

Ausführlich:
"Juhuu!" Julia lässt einen Jubelschrei los und strahlt. Der warme Pferderücken trägt und schaukelt sie sicher, als wir von unserem Ausritt auf den Hof zurückkehren. Ein großer Traum ist heute für Julia Wirklichkeit geworden: gemeinsam mit ihrem Pferd im Wald unterwegs zu sein! Die Mutter, die uns auf dem Hof bereits erwartet, staunt wie Julia alleine vom Pferderücken hinabklettert, das Pferd anbindet und in den Stall rennt um Futter zu holen. "Bis vor kurzem konnte ich sie noch nicht einmal dazu bewegen, ihre Schuhe selbst anzuziehen." meint sie kopfschüttelnd.

Julia ist 7 Jahre. Seit einer Gehirntumoroperation vor einem Jahr, fallen ihr alle Bewegungen und auch das Sprechen sehr schwer. Das hält sie jetzt allerdings nicht im mindesten davon ab, voller Konzentration, auf Zehenspitzen gestreckt, das Pferd zu putzen.

Wo kommt sie her, diese unerschütterliche Kraft und Fähigkeit über sich hinauszuwachsen, die Julia all jene Aufgaben am Pferd bewältigen lässt? Und wie ist es für uns als Trainer, als Eltern, als Begleiter in Entwicklungsprozessen möglich, diese Kraft im Kind zu wecken?
Nachfolgend möchte ich zu diesen Fragen gerne einige Impulse und Gedanken aus der Erfahrung meiner Arbeit mit vielen, sehr besonderen Kindern und Pferden der vergangenen Jahre vorstellen:


Im an-Erkennen der Fülle entsteht der kraftvollste Weg
Julia ist zwar kaum in der Lage selbständig zu gehen und kann sich nur wenig artikulieren, aber sie verfügt über eine außergewöhnlich große mentale Stärke. Sie stellt sich in allen Einzelheiten vor, wie das sein könnte, wenn sie mit ihrem Pony durch den Wald trabt, oder quer über sonnige Wiesen galoppiert. Wie sie sich dabei an die Mähne ihres Ponys schmiegt und ihm ins Ohr flüstert, wo sie gerne hin will. Dieser Traum gibt ihr Kraft, treibt sie an und motiviert sie, Dinge auszuprobieren, von denen sie bisher geglaubt hatte, sie könne sie gar nicht. (z.B. selbständig, nur mit Hilfe einer kleinen Stufe, auf das Pferd klettern)
Sich am Potential, nicht an den Schwächen der Kinder zu orientieren, bedeutet in aller erster Linie, die eigene Wahrnehmungsfähigkeit neu auszurichten: Phantasie, Beweglichkeit, Einfühlungsvermögen, Klugheit, Witz ... das sind Schätze von denen sich in jedem Kind viele verbergen, auch dann, wenn es auf unseren ersten Blick hin noch so beeinträchtigt erscheint.
Erkennen wir als Erwachsene diese Schätze im Kind und richten unseren Blick darauf, helfen wir ihm, dass seine Fähigkeiten zur Quelle der Kraft und der Veränderung werden können.

"Veränderung geschieht nicht, in dem man etwas anderes wird, sondern in dem man die Dinge entfernt, die die Sicht auf die Ganzheit des Seins behindern." (Ramtha)
"Lass mal, ich helfe dir lieber."
"Sei vorsichtig, du weißt nicht wie das geht."
"Pass doch auf, wenn du das so machst, funktioniert das nie."

Mit Sätzen wie diesen können wir das Selbstbild von unseren Kindern nachhaltig schwächen. Sie vermitteln dem Kind: "Du hast es noch nicht, oder du weißt es noch nicht, oder du bist noch nicht in Ordnung, so wie du bist."
Gehen wir aber davon aus, daß die Fähigkeit (in Form einer Möglichkeit) bereits im Kind liegt, führt uns das zu einem vollkommen anderen Blick auf das Kind. Dann würden wir uns z.B. eher fragen: Wodurch kann ich ihm helfen, es selbst zu tun? Welche Erfahrungen öffnen ihm einen Weg, den es dann eigenständig gehen kann? An welchen Stellen braucht es Unterstützung, Schutz, Sicherheit und welche Erfahrungen kann es bereits aus seiner Kraft heraus machen?
So kann beim Kind ein Selbstbild entstehen, das durch seine ureigene Erfahrungen geprägt ist: Ich finde einen Weg, ich habe eine Idee, einen Traum, ich brauche Geduld, ich habe die Möglichkeit es zu tun, kann aber auch entscheiden zu warten...
So konnte Julia z.B. auch nicht von Anfang an alleine ausreiten. Wir haben die Zeit bis es soweit war, jedoch genutzt um z.B. "Wege zu sammeln" . Wege, die sie irgendwann mit ihrem Pferd würde reiten können. Wir haben geschaut, wie man sich auf diesen Wegen bewegt, worauf man achten muss wenn man diese Wege mit dem Pferd gehen will: schnell - langsam, bergauf - bergab. Auf diese Weise kann ich Julia vermitteln daß ich ihren Wunsch-Traum verstanden habe und ernst nehme. Dadurch wird es auch leichter zu erkennen, was es noch braucht, um das Ziel zu erreichen. Ich zeige ihr Dinge, die ihr dabei helfen, ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen und ich nehme sie dadurch gleichzeitig auch mit in die Verantwortung für ihren Weg.
Das Pferd hilft dem Mensch im JETZT zu sein, dort wo die Kraft zur Lösung liegt.

Der stärkste Impuls (Reiten) zu lernen, ist die Erfahrung es zu TUN! Julia, die von ihrer mentalen Fähigkeit zuvor noch keine Ahnung hatte, konnte diese Fähigkeit genau in dem Augenblick erfahren, als sie das erste Mal ohne fremde Hilfe auf das Pferd kletterte und sah: "Ich KANN alleine aufs Pferd klettern"
Magische Momente im Zusammensein mit dem Pferd können entstehen, wenn im TUN plötzlich erkannt wird: Das bin ich. Das tue ich und kann ich. Dadurch kann das Kind erleben, wie es durch seine Fähigkeit und sein Handeln ein Teil von einer Gemeinschaft wird. (Mensch/Pferd, Teil der Natur, Teil einer Reitgruppe)
Selbst tiefe traumatische Erfahrungen, Ängste oder Verletzungen können durch eine starke neue Erfahrung im Hier und Jetzt gewandelt werden. Sinnlich erfahrene Situationen schaffen im Gehirn neue Verknüpfungen und erweitern dadurch auch auf physiologischer Ebene das Bewegungs- und Handlungsspektrum. Im Unterschied zu einer krankmachenden oder als ausweglos erlebten Situation, in der keine Handlungsmöglichkeiten mehr wahrgenommen werden, kann diese neue Erfahrung ein erster Schritt in Richtung Heilung bedeuten.

Unsere Aufgabe als Trainer besteht bei dieser Art des ganzheitlichen Lernens darin: Räume zu schaffen, in denen das Kind mit dem Pferd zusammen stärkende Erfahrungen machen kann, ebenso aber auch ein nicht-gelingen verarbeitet werden kann. Denn wer die Erfahrung wagt, kann auch scheitern. Aber genau darin kann er auch wiederum die Stärke entdecken, die jener gewinnt, der den Mut zur eigenen Erfahrung aufbringt.
Das große Geschenk des Pferdes an uns Menschen ist dabei: Es fragt nicht nach der Vergangenheit des Kindes und nicht nach irgendwelchen "Mängeln". Es ist vollkommen im Jetzt, präsent in seinem Körper, seinen Sinnen und seiner Wahrnehmung. Es fordert das Kind, aber ebenso auch uns Erwachsene dazu heraus, es ihm gleichzutun: Wahrzunehmen was im Augenblick geschieht, gegenwärtig zu sein, uns einzufühlen und gleichzeitig bereit zum Handeln zu sein. Und respektieren wir den freien Willen, des Pferdes, dann kann auch seine Zuwendung und Aufmerksamkeit zu einem wunderbaren Geschenk werden, das es uns aus freien Stücken gibt.

Eine ehemalige Seminarteilnehmerin beschreibt ihre Erfahrungen so:
"Plötzlich habe ich gespürt, daß es nicht eine spezielle Technik ist, sondern daß ich selbst es bin, einfach nur meine besondere Art mich zu bewegen, zu schauen, zu sprechen auf die das Pferd reagiert. Eine unwahrscheinliche Leichtigkeit war da plötzlich zwischen uns. Ich habe das Pferd in seinem Wesen erkannt ... und mich selbst auch!"

Armgard Schörle
Ausbildungstrainerin für Kommunikation mit Pferden
Psychoddrama- und Reittherapeutin, Autorin

Februar 2010

Schlüsselwörter: Pferd, Reiten, Unterricht, Heilpädagogik, Lernen, reiten lernen, lernen mit Kindern, ganzheitlicher Ansatz, Entwicklung, Heilung, Potenzial, Selbstbewußtsein, Vertrauen




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25.02.2012 mehr
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