Wenn ein erfolgreicher Produzent seiner Firma den Rücken kehrt und zur Konkurrenz überläuft, wird von ihm auch schnell eine Glanztat erwartet. So auch bei Creed Taylor, der nach seinem Wechsel von Verve zu A&M den Bossa-Guru Jobim ins Gepäck und unter Vertrag nahm. Das Ergebnis dieser Liaison, das Album "Wave", gilt bei Latin-Kennern als künstlerisches Spitzenprodukt, vielleicht gerade deswegen, weil Jobim die weiche Woge mit letzter Konsequenz rollen lässt. Mag das enorme Kontingent an Instrumentalisten den Verdacht erwecken, es würden Effekte gehascht, so wird beim Hören doch deutlich, dass Jobim seinen klaren Melodien und seinem einfachen, empfindsamen Stil die Treue hält. Der mit lockerer Hand ausgerollte Streicherteppich veredelt letztlich nur den Extrakt, der in Jobims musikalischen Wurzeln steckt, zu kleinen Tondichtungen.
Dass für diese Aufnahme in jeder Hinsicht aus dem Vollen geschöpft wurde, verraten die Namen solistisch beteiligter Sidemen wie Jimmy Cleveland und Urbie Green (Posaune) sowie Ron Carter (Bass), der mit Miles Davis in den frühen 60ern für Furore sorgte. Für den gewohnt guten Klang sorgte, wie so oft in dieser Zeit, Tonmeister Rudy Van Gelder.
Aufnahme: Mai und Juni 1967 im Van Gelder’s Recording Studio, Englewood Cliffs, N.J.,
von Rudy Van Gelder / Produktion: Creed Taylor
* UVP: Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers
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