Ein musikalischer Landschaftsmaler. So titulierte Richard Wagner den Kollegen Mendelssohn. Und dieser dürfte mit diesem Prädikat gut zurecht gekommen sein, als er sich 1829 mit »einer Harke für Volksmelodien« bewaffnet nach England aufmachte, um die Insel nach musikalischen Blüten zu durchforsten.
Die Ernte des Streifzugs, die Mendelssohn erst zwölf Jahre später zu seiner Schottischen Sinfonie veredelte, befindet sich bei Peter Maag und den Londoner Symphonikern in besten Händen. Sein durchdachtes Dirigat hält die Balance zwischen romantischem Klangzauber und analytischer Sachlichkeit, wobei die gewollte elegische Grundstimmung ihren zarten Schleier sogar über den hymnischen dritten Satz bis in das mitreißende Finale ausbreitet. Gestützt wird die wie aus einem Guss geformte Interpretation von einem sauber geschichteten Orchesterklang, der auch im satt tönenden Tutti unverfälscht und kultiviert das Ohr beglückt. Als willkommenes Extra, treffend zum Thema Schottland gewählt, gibt’s die Konzertouvertüre „Die Hebriden“ dazu.
Fragt man die Mendelssohn-Kenner, müsste diese Aufnahme wohl in Erz gehauen werden. Stattdessen erscheint sie nun auf vier 45upm Schallplatten, für deren Sammelwert sich jeder Kommentar erübrigt.
Aufnahme: April 1960 in der Kingsway Hall, London, von Kenneth Wilkinson und Alan Reeve
Produktion: Ray Minshull
* UVP: Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers
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